zurück

2021-12-17

Backhitze aus Biomasse

In der größten Bäckerei und Konditorei in Schafisheim, in der Nähe von Zürich in der Schweiz, werden Getreiderückstände aus der Produktion und Holzreste aus der lokalen Forstwirtschaft zur Energiegewinnung eingesetzt. Die Anlage mit angrenzendem Kühllager wird bereits seit 2015 zu 70 Prozent mit Biomasse betrieben.

Die Rohstoffe für die Herstellung der Ware werden in der nahegelegenen „Swissmill“ in Zürich verarbeitet. Angetrieben wird die Bäckerei durch eine neuartige Biomasse- Verbrennungsanlage, deren Antriebsstoff sich zu 50 Prozent aus Holzpellets und 50 Prozent aus Mühle-Nachprodukten zusammensetzt. Mithilfe von Thermalöl, also Öl, das zur Wärmeabfuhr verwendet wird, wird die Wärme, die bei der Verbrennung der Biomasse entsteht, entzogen. Die hieraus gewonnene Wärme dient schließlich zur Fertigung der insgesamt 60 000 Tonnen Backwaren, die hier jährlich produziert werden. So werden hier Brot, Kuchen, Torten, Rouladen und Tiefkühlteiglinge aus Biomassenergie gefertigt, und schließlich an die Supermärkte der Coop-Gruppe überall in der Schweiz verteilt.

In der Schweiz ist Coop als Supermarkt „um die Ecke“ bekannt. Mit etwa 91 000 Mitarbeitern gilt die Coop-Gruppe als größtes Großhandelsunternehmen der Schweiz.

Biomasse gilt als Energiestoff mit einer besonders hohen Thermodynamik und kann Temperaturen von bis zu 200C erzeugen. Auf diese Weise kann Coop den Ausstoß von rund 4 000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Die Nutzung automatisierter Biomasse-Verbrennungsanlagen in Zusammenwirkung mit Fernwärme als zusätzliche Wärmequelle, werden von der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den Kantonen stark gefördert.

Die Schweiz belegte beim Global Innovation Index 2021 zum zehnten Mal in Folge Platz 1: Sie gilt als Land mit der höchsten Innovationskraft weltweit.
Der Global Innovation Index wurde von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) im Zusammenwirken mit diversen Unternehmenspartnern und einem weltweit aktiven akademischem Netzwerk erarbeitet. Er misst die Innovationskraft der Länder auf der Grundlage von 81 Faktoren, mit denen Aussagen über Digitalisierung, Investitionen in Wissenschaft und Innovation sowie Infrastruktur getroffen werden können.