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2019-09-03

Innovation: Käse aus dem Labor

Fleisch in der Petrischale? Kennen wir schon. Aber Käse? Das Berliner Jungunternehmen Legendairy Foods macht es möglich.

Raffael Wohlgensinger und Britta Winterberg haben eine wegweisende Idee: Sie wollen Käse im Labor herstellen - ganz ohne Milch. Dazu haben sie - gemeinsam mit der Universität Graz - ein Verfahren entwickelt, mit dem es gelingt, die Milcheiweiße Casein und Molkenprotein künstlich zu züchten. Die erste Käseart, die durch dieses Verfahren entstehen wird, ist Mozzarella. Der Prototyp soll 2020 fertig sein. Sobald das Unternehmen Käse produzieren kann, sollen weitere Milchprodukte wie Milch oder Joghurt folgen.

Im Januar 2019 haben die beiden Jungunternehmer in Berlin dann die Firma Legendairy Foods gegründet.

Um diesen künstliche Käse herzustellen, müssen zunächst die entsprechenden Gene bei Kühen identifiziert  und auf Hefezellen nachgebaut werden. Den Zellen wird auf diese Weise der Befehl mitgegeben, Casein und Molkenprotein zu produzieren. Danach werden die beiden Eiweiße wieder von den Hefezellen getrennt und liegen dann als Pulver oder Flüssigkeit vor. Damit der Käse heranreift, werden den Eiweißen pflanzliche Fette und Kohlenhydrate untergemischt.

Vor allem Allergiker können sich schon auf die neuen Käse-Produkte freuen, denn die Laborproduktion ermöglicht es, Käse und Co. verträglich herzustellen.

Ein Haken bleibt jedoch: Die Produktion im Labor dauert ca. zwei Wochen länger als die traditionelle Herstellung, und die Produkte werden etwa doppelt so teuer sein.